Foto: Holger Weinandt (Koblenz, Germany) 12.07.2011  Lizenz cc-by-sa-3.0-de

Widerstand gegen den Nationalsozialismus auf dem Gebiet des heutigen Rheinland-Pfalz - Eine neue Publikation der Landeszentrale für politische Bildung Rheinalnd-Pfalz


"Was lange währt, wird endlich gut." Dieser Spruch gilt auch für die neueste Publikation der Landeszentrale für politische Bildung zum Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Seit einigen Jahren haben Historiker und "Gedenkarbeiter" den Widerstand gegen den Nationalsozialismus in all seinen Facetten und in den einzelnen Regionen des heutigenn Rheinland-Pfalz aufgearbeitet:f ür Rheinhessen, für die Pfalz, für den Raum Trier, für den Westerwald und für den Raum Koblenz. Den Beitrag für den Widerstand im Raum Koblenz hat der stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins Mahnmal Koblenz e.V. Joachim Hennig erarbeitet. Wie es der Intention des Fördervereins entspricht, hat er darin den Widerstand im Koblenzer Raum in seiner ganzen Breite dargestellt. Vieles, was der Besucher auf dieser Homepage und auch in der Dauerausstellung des Fördervereins findet, wird dort systematisiert, in größere Zusammenhänge gestellt und visulaisiert.

Ergänzt werden diese wissenschaftlichen Darstellungen von Joachim Hennig und den anderen Autoren mit Materialien für den Untrerricht, d.h. durch Arbeistblätter. Das ist ein zweiter Schwerpunkt der Publikation. Damit bietet damit über eine wissenschaftlich fundierte Darstellung hinaus eine pädagogisch gestützte Hilfestellung zur eingehenden Beschäftigung mit der Thematik im Schulunterricht. Ihr besonderes Gepräge erhält sie auch dadurch, dass sie sich eingehend mit dem Widerstand vor Ort beschäftigt und in zahlreichen Kurzbiografien dem Widerstand "einen Namen und ein Gesicht" gibt. Man kann die Herausgeber der Publikation und die Autoren nur zu dieser Idee und ihrer Realisierung beglückwünschen - und natürlich auch die hoffentlich sehr zahlreichen Leser. Mögen die Leser, gerade auch Lehrer und Schüler, diese Publikation mit Gewinn nutzen.

Die Publikation wurde am 24. Mai 2011 zentral in der Landeszentrale für polituische Bildung vorgestellt. Jetzt folgt die dezentrale Präsentation in Pressegesprächen vor Ort. Die Vorstellung in Kobklenz findet statt am Mittwoch, dem 8. Juni 2011, um 10.00 Uhr im Medienladen des Kurt-Esser-Hauses im Markenbildchenweg 38 (Nähe Hauptbahnhof und Zentralem Omnibusbahnhof). Der Förderverein Mahnmal ist bei der Präsentation mit dabei und zeigt zeitgleich im Medienladen aus seiner Dauerausstellung Biografien von Widerständlern aus Koblenz und Umgebung. Diese Personentafeln sind eine sehr gute Ergänzung zu der neuen Publikation und können beim Förderverein Mahnmal Koblenz ausgeliehen werden.

Schon jetzt soll darauf hingewiesen werden, dass die Landeszentrale für politische Bildung am 25. August 2011 an gleicher Stelle - also im Medienladen im Kurt-Esser-Haus, eine ganztägige Lehrerfortrtbildung zu diesem Thema anbietet - natürlich wieder unter maßgeblicher Beteiligung des Fördervereins Mahnmal Koblenz.

 


 

Einen Bericht der Rhein-Zeitung zur Bucherscheining können sie HIER lesen

 


Neuerscheinung zum Thema „NS-Opfer in Koblenz“.

Als Verein, der die Erinnerung an Verfolgung und Widerstand in Koblenz und Umgebung und gerade auch an deren Opfer wach halten will, soll hier auf das jüngste Buch von Franz Franzen hingewiesen werden. Franzen, der nach einem bewegenden Leben als Arbeiter und Gewerkschafter sowie Gewerkschaftssekretär seinen Ruhestand in Lahnstein verbringt, ist bereits mit mehreren Büchern über die Geschichte der Arbeiterbewegung im Koblenzer Raum hervorgetreten. Diesmal hat er sich einer Biografie angenommen - der des Gewerkschafters Carl Vollmerhaus. Vollmerhaus stammte nicht aus der hiesigen Region, sondern war schon früh und lange als Gewerkschafter in Berlin tätig. Als solcher war er bei der sog. Machtergreifung der Nazis im Blickfeld und hatte dann wiederholt Verfolgung zu erleiden. Im Konzentrationslager Sachsenhausen freundete er sich in der fast fünfjährigen Haft mit dem Koblenzer Sozialdemokraten und Gewerkschafter Johann Dötsch an. Es war dann auch Dötsch, der nach der Befreiung vom Faschismus seinen Kameraden für den politischen Wiederaufbau von Berlin nach Koblenz holte. Vollmerhaus war hier u.a. öffentlicher Ankläger in den Säuberungsverfahren und erster Vorsitzender des Arbeitsgerichts Koblenz. Ihm war noch ein langes und engagiertes Leben beschieden. Carl Vollmerhaus starb im Jahr 1979 in Stadtteil Metternich.

Fritz Franzen erzählt engagiert die Geschichte von Carl Vollmerhaus und kann dabei auf dessen Autobiografie sowie auf die eine oder andere Kurzbiografie über ihn zurückgreifen. Wenn seine Publikation auch gewisse Schwächen hat (etwa bei der Darstellung der Rolle der Gewerkschaften in der Spätphase der Weimarer Republik sowie des Nationalsozialismus kurz nach der sog. Machtergreifung und in der Darstellung des Lebensschicksals von Wilhelm Leuschner wie auch Johann Dötsch), so ist die Arbeit doch eine deutliche Bereicherung der Kurzbiografien des Fördervereins Mahnmal Koblenz über Carl Vollmerhaus und Johann Dötsch.

Fritz Franzen: Carl Vollmerhaus (1883 – 1979) – Vier Epochen deutscher Geschichte von Wilhelm II,. bis Willy Brandt. Das Buch ist erschienen im Verlag Graphische Werkstätten Neuwied und ist im Buchhandel erhältlich (ISBN 978-3-00-033133-6).

Einen Presseartikel zum Buch von der Rhein-Zeitung lesen Sie HIER

 


 

 

 

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