Foto: Holger Weinandt (Koblenz, Germany) 12.07.2011  Lizenz cc-by-sa-3.0-de

Informationen von 2018

Vor 75 Jahren: Die Deportation von 149 Sinti aus Koblenz und Umgebung nach Auschwitz-Birkenau.

In diesen Tagen jährt sich zum 75. Mal die Deportation rheinischer Sinti in das "Zigeunerlager" von Auschwitz-Birkenau. Nachdem am Tag zuvor die Koblenzer Sinti in der Hilda-Schule in der südlichen Vorstadt gesammelt worden waren, wurden sie am 10. März 1943 zum Hauptbahnhof in Koblenz geschafft und mit einigen wenigen Personen aus Trier in das Messelager von Köln-Deutz transportiert. Dort war der Sammelplatz für die westdeutschen Sinti. Entsprechend dem "Auschwitz-Erlass" des "Reichsführers-SS und Chefs der Deutschen Polizei" Heinrich Himmler vom 16. Dezember 1942 verschleppte man sie in einen speziellen Bezirk des Konzentratiuons- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau, in das sog. Zigeunerlager. Diese Deportation  war der lokale Ausschnitt aus dem Völkermord an den Sinti und Roma.
 
An dieses Geschehen vor 75 Jahren und seine Vorgeschichte erinnert ein Zeitungsartikel, den unser stellvertetender Vorsitzender Joachim Hennig verfasst hat.
 
Lesen Sie HIER den Artikel im "Schängel" vom 7. März 2018

Update 18.03.2018

Lesen Sie HIER auch den Artikel in "Blick aktuell" - Ausgabe Koblenz - vom 15. März 2018, Seite 3 über die Gedenkveranstaltung am Mahnmal für die Koblenzer Sinti am 10. März 2018

Einladung zum Vortrag mit dem Thema "Die Bestrafung von NS-Juristen einschließlich der Personalpolitik in Rheinland-Pfalz".

Unser stellvertretender Vorsitzender Joachim Hennig hält am Dienstag, dem 27. Februar 2018, um 19.00 Uhr in Mainz einen Vortrag mit dem Thema "Die Bestrafung von NS-Juristen einschließlich der Personalpolitik in Rheinland-Pfalz". Er ist Teil einer Veranstaltung zum Thema "Justiz und NS-Prozesse in den 60er Jahren". Hierzu lädt die Landeszentrale für politische Bildung mit dem nachfolgenden Schreiben ein:
 

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Landeszentrale für politische Bildung lädt Sie am Dienstag, dem 27. Februar 2018, um 19.00 Uhr zu einer Veranstaltung zum Thema "Justiz und NS-Prozesse in den 60er Jahren" herzlich ein.

Über "Fritz Bauer und der Auschwitz-Prozess" wird Prof. Dr. Sybille Steinbacher referieren. Prof. Dr. Steinbacher ist Direktorin des Fritz Bauer Instituts und Inhaberin des Lehrstuhls zur Geschichte und Wirkung des Holocaust. Joachim Hennig wird ergänzend über die Thematik "Die Bestrafung von NS-Juristen einschließlich der Personalpolitik in Rheinland-Pfalz" informieren. Er ist Stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus in Koblenz e.V. und war von 1977 bis 2013 Richter im Dienst des Landes Rheinland-Pfalz.

Die Veranstaltung bildet den Auftakt zum Schwerpunkt "1968" der Landeszentrale für politische Bildung. 50 Jahre 1968 sind für die Landeszentrale für politische Bildung Anlass, mit einem Programmschwerpunkt "1968" und einer Vielzahl von Veranstaltungen von Februar bis Mai zu informieren und zu reflektieren. Den Programmflyer zum Schwerpunkt "1968" finden Sie in der Anlage auch als pdf-Datei.

Bei den Protesten von '68 und davor ging es in Deutschland auch um die unzureichende Aufarbeitung und Auseinandersetzung mit der NS-Geschichte. Die Ohrfeige von Beate Klarsfeld an Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger im Jahr 1968 war sicherlich ein sichtbares, wenn auch umstrittenes (deutsch-französisches) Symbol der Anklage von Seiten auch der 68er.

Die Auschwitz-Prozesse hatten 1963 bis 1965 mit dem ersten großen Prozess in Frankfurt begonnen. Der hessische Generalstaatsanwalt Fritz Bauer hatte zuvor beim Bundesgerichtshof erreichen können, das Landgericht Frankfurt am Main als Ort für den Auschwitz-Prozess zu bestimmen. Bis zum Jahr 1968 wurden anschließend drei Auschwitzprozesse durchgeführt, 1965 bis 1966 sowie 1967/1968. Weitere folgten.

Eine Anmeldung zur Veranstaltung ist per E-Mail unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder online auf der Homepage der Landeszentrale für politische Bildung (unter Veranstaltungen) möglich.

Die Veranstaltung findet in der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz in Mainz, Am Kronberger Hof 6 in 55116 Mainz statt.

Über Ihr Interesse und Ihr Kommen freuen wir uns!

Mit freundlichen Grüßen

Ihre Landeszentrale für politische Bildung
 

Lesen Sie HIER den Flyer zu dieser Veranstaltung


 

Letzter Artikel in der "Schängel"-Serie "Erinnerung an NS-Opfer"
 
In den letzten Wochen und Monaten haben zahlreiche Politiker gefordert, dass der Besuch von KZ-Gedenkstätten Schülerinnen und Schülern zur Pflicht gemacht werden sollte. Zuletzt haben sich auch Landtagspräsident Hendrik Hering und Stellvertretender Ministerpräsident Volker Wissing bei Veranstaltungen zum Gedenktag für die NS-Opfer am 27. Januar 2018 in diesem Sinne geäußert. Hintergrund der Forderung ist, dass offensichtlich immer weniger Schülerinnen und Schüler von den Verbrechen der Nazis wissen (wollen) und Rattenfänger - wie die Rechtspopulisten von der AfD - Lügen über dieses dunkelste Kapitel unserer Geschichte verbreiten. Unser stellvertretender Vorsitzender Joachim Hennig hat sich zu dieser Thematik in einem Interview geäußert. Mit diesem wird die kleine Reihe im "Schängel" über NS-Opfer abgeschlossen.

HIER das Interview im Wortlaut Der "Schängel" vom 14. Februar 2018

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