Foto: Holger Weinandt (Koblenz, Germany) 12.07.2011  Lizenz cc-by-sa-3.0-de

Informationen von 2018

Der Brexit und NS-Opfer aus Koblenz
 
Manchmal ist man geneigt zu denken: Das ist ja alles gut und schön mit der Erinnerung an NS-Opfer, aber das ist doch nun schon alles Vergangenheit und hat doch keine aktuelle Bedeutung mehr. Abgesehen davon, dass eine solche Einstellung für uns alle nicht zutrifft bzw. zutreffen darf, ist diese Vergangenheit doch für viele Angehörige der ehemaligen NS-Opfer noch wichtig - und das bei Anlässen, an die der "Normalbürger" nicht denkt. Ein solcher Anlass ist der "Brexit", das Ausscheiden Großbritanniens aus der EU. Zahlreiche Engländer, die in den 1930er Jahren aus Hitler-Deutschland geflohen sind, fliehen mussten, erinnern sich heute an ihre deutschen Wurzeln. Als Angehörige von NS-Opfern haben Sie nämlich nach Maßgabe des Artikels 116 Absatz 2 des Grundgesetzes einen Anspruch auf (Wieder-)Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit. In einem weiteren Beitrag in seiner Reihe "Erinnerung an NS-Opfer" schildert unser stellvertretender Vorsitzender Joachim Hennig diese Folgen des Brexit an dem Schicksal des jüdischen Koblenzer Ersten Staatsanwalts Dr. Georg Krämer und seiner beiden Söhne Dr. Fritz Kraemer und Wilhelm Kraemer und seinen heute in England lebenden Enkeln und Urenkeln.
 
Lesen Sie HIER den Artikel im "Schängel" Nr. 43 vom 24. Oktober 2018.


 

 


 

Für eine Straßenbenennung nach jüdischen Koblenzern
 
In der seit Anfang Januar 2018 laufenden Reihe über die "Erinnerung an NS-Opfer" plädiert unser stellvertretender Vorsitzender Joachim Hennig jetzt für Straßenbenennungen nach jüdischen Koblenzern. Nachdem er Straßenbennungen nach Tätern in der NS-Zeit kritisiert und dann die Umbenennung dieser Straßen nach Widerständlern und NS-Opfern angemahnt hat, setzt er seine Reihe fort mit dem Appell, endlich klare Kriterien für angemessene Straßenbenennungen festzulegen und dabei gerade auch an die Opfer des Völkermordes an den Juden, den Holocaust, die Shoa zu erinnern. Es geht nicht an - so Hennig -, dass einerseits Landtagspräsident Hendrik Hering am Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar 2018 in Koblenz feststellt, dass "die Erinnerung des Holocausts ein Teil der deutschen Identität (ist)", andererseits keine einzige Straße in Koblenz an diese Opfer erinnert.
 
Lesen Sie HIER den Artikel im "Schängel" Nr. 42 vom 17. Oktober 2018.

 


 

Für eine Straßenbenennung nach Friedrich Erxleben
 
Im "Schängel" setzt unser stellvertreteneder Vorsitzender Joachim Hennig seine Reihe zur "Erinnerung an NS-Opfer" fort. Am Schluss seiner Darstellung der höchst problemtischen Straßennamen zur NS-Zeit in Koblenz kommt er noch einmal auf den NS-Funktionär Hanns Maria Lux zu sprechen und plädiert dafür, die Hanns Maria Lux-Straße auf dem Asterstein in Friedrich Erxleben-Straße umzubenennen. Friedrich Erxleben war gebürtig aus Arenberg, im Ersten Weltkrieg Armeeoberpfarrer, ein Schöngeist und Kenner asiatischer Kunst und Sprachen. Außerdem war er ein großer Musikliebhaber, spielte hervorragend Geige und sang Oratorien. In der NS-Zeit gehörte er zu der konservativ-bürgerlichen Teegesellschaft des Solf-Kreises. Befreundet war er u.a. mit dem Schriftsteller Carl Zuckmayer und dem späteren Bundespräsidenten Theodor Heuss. Der Solf-Kreis kritisierte das NS-Unrechtsregime, einzelne Mitglieder leisteten aktiven Widerstand, halfen Juden u.a.m. Nachdem die Gruppe denunziert worden war, kam Erxleben in Konzentrationslager und Gefängnisse und wurde vor dem Volksgerichtshof angeklagt. Mit großem Glück überlebte er und kehrte sehr krank, aber vollem Mut nach Koblenz zurück. An der Mosel erfüllte sich noch sein Lebenswunsch: Erxleben wurde in Müden Seelsorger einer kleinen Pfarrgemeinde. 1955 starb Friedrich Erxleben. Sein langjähriger Freund Carl Zuckmayer setzte ihm in seiner Autobiografie "Als wär's ein Stück von mir" ein kleines literarisches Denkmal und beschrieb Friedrich Erxlebens Vermächtnis: "Mut, Leidensbereitschaft und Heiterkeit - das war sein Vermächtnis".
 
Lesen Sie HIER den Artikel im "Schängel" Nr. 41 vom 10. Oktober 2018

 

 


 

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